Sektierertum in der Gemeinschaft der Christen

Ich gebrauche die Worte „Sekte“ und „sektiererisch“ als neutrale und beschreibende Begriffe, auch wenn sie für die Mehrheit der Leute negativ eingefärbt sind, wie z. B. auch „Dogmatismus“. Die Mehrzahl der ehemaligen Mitglieder – auch wenn die meisten von ihrer früheren Gemeinschaft verständnisvoll und nostalgisch verklärt sprechen – erwähnen in Bezug auf die Christen Merkmale, die charakteristisch für Sekten sind: „dogmatischer Tunnelblick“ (Cs. aus Rumänien), „Auch wenn wir es nicht laut sagten, war die Praxis deutlich: Wir glaubten, dass die Erlösung nicht außerhalb unserer Gemeinschaft erlangt werden kann“ (Péter). „Allein die Erwähnung der Worte „gut“ und „böse“ genauso wie „weltlich“ macht mich krank“ (M. aus Österreich). „Die Gemeinschaft wurde dadurch charakterisiert, dass sie unseren Lebensstil und unsere Art von Gerechtigkeit absolut setzte. Es war ein fatales Missverständnis, zu glauben, dass wir sofort mit der Entscheidung, Jesus zu folgen, zu Christen wurden und in der Lage seien, zu erkennen, dass allein unser Weg der einzig richtige sei.“ (R. aus Österreich). „Wir sagten, dass die Ausgeschlossenen den Heiligen Geist nicht in sich hätten. Diese Einstellung lief parallel mit der Verteidigung der Autorität der Gemeinschaft. Die Verantwortlichen durchdachten es vielleicht nicht ganz, das sie sich durch die Verbindung der Mitgliedschaft in der Gemeinschaft mit dem Geistbesitz damit selbst zum Kanal Gottes gemacht haben.“ (Aranka), „Wie kann es nur möglich sein, dass diese 100 bis 150 Leute die einzigen sind, die Gott kennen und sich jeder andere im Irrtum befindet?“ (L. aus Estland).

Sich kann man das nicht aus den Texten auf ihrer Homepage schließen, denn diese reflektieren nicht die Praxis der Christen, sondern drücken eher ihre hehren Ziele und Ideale aus. Dort sagen sie nur, dass wenn jemand ein wirklicher Christ und gesegnet ist, wird er sich mit Hilfe des Heiligen Geistes mit ihnen verbinden und ein Mitglied ihrer Gemeinschaft werden. Sicher kann man das auch im Sinne von „Wer nicht für uns ist, ist gegen uns“ verstehen. Und diese Interpretation wird durch ihre ständigen mündlichen Aussagen bestätigt, dass sie bisher keine einzige Gemeinschaft oder Kirche gefunden hätten, die echt und nach dem Vorbild des Neuen Testaments gestaltet ist, wo ein heiligmäßiges Leben und völlige Einheit gelebt wird.

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