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Kurzbeschreibungen einiger Gruppen
- mit Psychokult-Hintergrund -

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Bhagwan (Osho; Rajneesh)Seitenanfang

Ursprung: 1969 von Rajneesh Chandra Mohan (Bhagwan Shree Rajneesh, später Osho) in Bombay, Indien gegründet; ab 1974 Ashram in Poona, Indien; seit 1981 Zentrum in Oregon, USA. Nach heftigen internen Machtkämpfen und Eingreifen der Behörden (u.a. Verurteilungen wegen vielfachen Mordversuchs) 1985 Rückkehr nach Poona. Bhagwan ist inzwischen verstorben. Nach internen Machtkämpfen scheint sich jetzt sein ehemaliger Leibarzt Amrito als Leiterfigur herauskristallisiert zu haben.

Lebensform: früher sehr stark von der Außenwelt isoliert; Ein großer Teil der Mitglieder lebte in Zentren, wo mitunter für ein Taschengeld hart gearbeitet wurde. Die Bewegung ist zur Zeit im Umbruch und versucht sich eine seriösere Struktur zu geben. Der Entsektungsprozess scheint schon weit fortgeschritten zu sein. Viele (auch ehemalige) Mitglieder betätigen sich in der freien Psycho- bzw. Esoterikszene. Die Werbung geschieht meist über derartige Kursangebote in den diversen Zentren.

Verbreitung: Weltweit. In Sachsen gibt es Aktivitäten in Leipzig und Dresden sowie ein Meditationszentrum (mit Wohnkommune) in Schmiedeberg bei Dippoldiswalde (Osho-Manjusha) sowie einen Ableger davon in Dresden-Neustadt (New Dawn).

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Bruno-Gröning-GruppeSeitenanfang

Ursprung: Bruno Gröning (1906-1959) trat seit 1948 in Deutschland mit großem Erfolg als Heiler auf.

Lehre: Aus dem unerschöpflichen Lebensreservoir einer höheren Welt fließe Bruno Gröning ein Kraftstrom (Heilstrom) zu, den er an die Menschen weitergebe. Bei entsprechendem Glauben des Kranken sei jede Krankheit heilbar. Krankheiten gelten als Werk des Bösen/Teufels, die durch das Göttliche/Gute, den Heilstrom, besiegt werden. Die Anhänger werden angehalten, sich diesem Heilstrom zu öffnen (sich auf ihn „einzustellen"). Angeblich würde der Kranke diesen Heilstrom auch bei der Übergabe von Staniolkugeln erhalten, die Bruno Gröning geformt hat.

In den Bruno-Gröning-Freundeskreisen (später geleitet von der Mitte 2007 verstorbenen Grete Häusler mit dem ihren Namen tragenden Verlag) hat er inzwischen quasi die Stelle eines Mittlers zwischen Gott und den Menschen eingenommen und wird mitunter in hymnischen Gedichten verehrt.

Verbreitung: In Deutschland nach eigenen Angaben ca. 20.000 Anhänger, weltweit (vor allem Europa) ca. 50.000. In Sachsen bestehen Gruppen in Dresden, Leipzig (Geistige Lebenshilfe e.V.), Freiberg, Riesa, Chemnitz, Pirna, Hoyerswerda und Görlitz.

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Landmark-Education - Das Forum - EST (Erhard-Seminar-Training)Seitenanfang

Ursprung: 1971 bot der Amerikaner Jack Rosenberg, der sich "Werner Erhard" nennt und vorher Berührung mit Scientology gehabt haben soll, eigene Seminare zur Persönlichkeitsentfaltung an.

Lehre: eine Mischung von Scientology-Gedanken, humanistischer Psychologie und "Positivem Denken". Der Mensch soll durch verschiedene Kurse zu neuem positiven Leben geführt werden.
Ehemalige Teilnehmer berichteten u. a. über rigide und als erniedrigend empfundene Seminarmethoden, Realitätsverlust und Probleme in ihren zwischenmenschlichen Beziehungen.

Verbreitung: in den USA und Westeuropa. Internationales Zentrum in San Francisco, das deutsche Zentrum in Frankfurt, weitere Gruppen in Hamburg und München. In Sachsen sind sie vor allem durch Werbeabende in Leipzig und Dresden vertreten.

In Verbindung mit EST stehende Aktivitäten und Bezeichnungen:

Literatur: Martin Lell; Das Forum - Protokoll einer Gehirnwäsche (Der Psycho-Konzern Landmark Education); Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1997, 2. Aufl.; 225 Seiten; ISBN: 3-423-36021-6; Preis: ca. 14,90 DM (Stand 1997) (Bericht eines ehemaligen Teilnehmers)

Weitere Informationen:
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Scientology-"Church"Seitenanfang

Ursprung: In den 50er Jahren vom Science-fiction-Autor L. Ron Hubbard in den USA gegründet; gilt als eine der gefährlichsten und aggressivsten Sekte.

Lehre: Primitive Formen der Psychoanalyse sind mit Science-fiction und quasireligösen Gedanken durchdrungen. Durch verschiedene Kurse (u.a. „Auditing") zu mitunter horrenden Preisen soll der „Thetan" (eine Art Geistseele, die von einem anderen Planeten stammen und zur Wiedergeburt fähig sein soll) aus seiner Abhängigkeit von Raum, Zeit und Materie befreit werden. Ziel ist die totale Freiheit. Scientology bekämpft Kritiker und Ehemalige mit teilweise recht rüden Methoden. Die hohen Kursgebühren können zu großen finanziellen Problemen für die Geworbenen führen.

Werbung: Zeitungsanzeigen mit dem Bild Einsteins („Wir nutzen nur 10 % unseres geistigen Potentials"); Verkauf des Buches „Dianetik"; Anbieten eines kostenlosen Persönlichkeitstests, der dem Getesteten in der Regel beträchtliche Schädigungen und dringende Hilfsbedürftigkeit bescheinigt; Durchführung von Dianetik-Seminaren; Infiltration von Unternehmen durch Tarnorganisationen (Management-Schulungen, Einstellungstests). Der Name „Kirche" scheint aus steuerrechtlichen Gründen gewählt zu sein. Verschiedene Gerichtsurteile bescheinigten der Scientology-Organisation inzwischen gewerbsmäßige Gewinnabsichten.

Unter- und Tarnorganisationen:

Verbreitung: Weltweit ca. 8-25 Mill. Anhänger, Deutschland ca. 30 - 50 000. In Sachsen besteht in Dresden eine „Mission", in Leipzig ein „city-office" und eine Gruppe „Freunde der Dianetik in Chemnitz", die allerdings inzwischen nur selten aktiv werden. Verschiedene von Scientologen geführte Immobilienfirmen sind in Zwickau (ein angeblicher Rückzug im Frühjahr 2000 hat sich als Vorspiegelung herausgestellt), Dresden, Leipzig und Görlitz aktiv.

Wirtschaftliche Aktivitäten: siehe Spezial "Scientology".

Weitere Informationen:
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Universale KircheSeitenanfang

Ursprung: Sieht sich selbst als legitime Nachfolgerin der Theosophischen Gesellschaft, der I-Am-Bewegung, der Brücke zur Freiheit und der Neuzeitkirche des Christus. Entstanden ist sie Anfang der 80er Jahre durch Peter Leach-Lewis (geb. 1938, nach wie vor Leiter der Gruppe) in den USA. 1993 gab es eine Krise als Leach-Lewis’ Frau die Gruppe mit einigen führenden Vertretern verließ. Ihrem Mann warf sie Alkoholprobleme und Seitensprünge vor.

Lehren: Die Gruppe versteht sich als Repräsentant einer „Großen Weißen Bruderschaft" (auch „Geistige Hierarchie"). Dies sei ein Club jenseitiger Personen (der „aufgestiegenen Meister"), die sich zur Vervollkommnung der Erdenmenschen zusammengeschlossen haben. Neben bekannten Namen wie Jesus und Saint Germain finden sich dort auch Phantasiegestalten wie Dwhal Khul oder El Morya. Vor allem durch die Vermittlung von Wissen und Weisheit würde diese himmlische Bruderschaft die Menschheit unterstützen. Die Universale Kirche sieht sich als Gruppen-Avatar dieser Bruderschaft (Avatar = göttlicher Bote bzw. Repräsentant wie Jesus, Mohammed, Konfuzius...) für unser Zeitalter. Die verschiedenen „aufgestiegenen Meister" melden sich jeweils durch das „Orakel" Peter Leach-Lewis zu Wort. Diese Texte werden dann in Seminaren und Rundbriefen den Mitgliedern vermittelt. Darin finden sich mehrere antisemtische Aussagen, die bereits die Gerichte beschäftigten. Ein zentrale Stellung nimmt der unbedingte Gehorsam gegenüber den Meister-Botschaften ein.

andere Begriffe und Bezeichnungen, nahestehende Organisationen:

Verbreitung: Weltweit ca. 2.500 Anhänger (1.000 Deutschland), In Dresden existiert eine kleine Gruppe. Ein Verein "Universale Kirche e.V. Dresden" bestand von 1997-1999. In Centreville (Virginia) befindet sich die Zentrale. Das deutsche Zentrum ist in 71070 Herrenberg.

- ausführlichere Informationen hier im Spezial "Universale Kirche"

Weitere Informationen:
Die Seiten der Gruppe selbst (universale-kirche.de) sind zur Zeit (Sept. 2009) nicht erreichbar
kritische Informationen

Verein zur Förderung der psychologischen Menschenkenntnis (VPM)Seitenanfang

Ursprung: Nach dem Tod von Friedrich Liebling (+ 1982) entstand aus Anhängern seiner „Züricher Schule" ca. 1986 der VPM. Nach internen Richtungskämpfen hat sich als Zentralfigur die „fachliche Leiterin" Annemarie Buchholz-Kaiser herauskristallisiert.

Selbstdarstellung: „Die Arbeit des VPM baut auf der Individualpsychologie A. Adlers, der Neopsychoanalyse, der modernen Entwicklungspsychologie und Bewährtem aus der psychologischen Praxis Friedrich Lieblings auf. Sie ist wissenschaftlich fundiert. Sie wird von Ärzten, Psychiatern, Psychologen, Pädagogen, Sozialpädagogen, Theologen, Juristen und in der Praxis bewährten Lehrkräften geleistet" (Anzeige des VPM in der FAZ, 22.10.1992, S. 40) Nach außen gibt er sich (vor allem in der Drogen- und AIDS-Politik) als „psychologisch orientierter interdisziplinärer Fachverein" mit betont wertkonservativer Ausrichtung und versucht, bei konservativen Kreisen in Politik und Kirchen Bundesgenossen zu gewinnen.

Kritik: Der Berufsverband Deutscher Psychologen bemerkt zum VPM in seiner Pressemitteilung vom 16.6.1992: „... Diese Vereinigung versucht durch ihren Namen und bei ihrem Auftreten gegenüber Behörden, in Fachkreisen und in der allgemeinen Öffentlichkeit den Eindruck einer psychologisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaft zu erwecken. Darüber hinaus gibt sich der VPM nach außen den Anschein einer caritativen Organisation, die Menschen in persönlichen Schwierigkeiten oder bei seelischen Nöten mit psychologischem Rat und psychotherapeutischer Behandlung Hilfe zu leisten verspricht.

Der Berufsverband Deutscher Psychologen (BDP) stellt dazu fest, dass der VPM sowohl für seine Weltanschauung als auch für die von ihm vertretenen und verbreiteten angeblich psychologischen Erklärungen und (Lehr-)Meinungen zu besonderen Fragen psychologische Erkenntnisse missbraucht bzw. Auffassungen vertritt, welche durch die psychologische Wissenschaft weder begründet sind noch gerechtfertigt werden können. Dies gilt in entsprechender Weise und in ebensolchem Maße für die unter der Bezeichnung Psychotherapie vollzogenen Betätigungen des VPM.

Der VPM vertritt ein in sich geschlossenes Weltbild, das er als die absolute Wahrheit in aggressiver Weise durchzusetzen und gegen jegliche Infragestellung und Kritik zu verteidigen sucht. Im VPM herrscht ein Freund-Feind-Denken vor, das sich zur Verschwörungstheorie steigert, sobald Kritik an Struktur, psychologischer Fachkompetenz oder Ideologie geäußert wird. Seriösen Informationen zufolge regiert im Inneren des Vereins ein starker Gruppenzwang, nach außen wird auf Ablehnung oder sachliche Anfragen in überzogener Weise reagiert, indem man Kritikern u.a. unredliche Absichten unterschiebt und sie als Anhänger einer »linksfaschistischen« Verschwörung diffamiert.

Die sogenannte psychotherapeutische Betätigung des VPM entbehrt jedweder fachlichen Grundlage ... Für den Berufsverband Deutscher Psychologen steht fest, dass weder der Anspruch noch die Praktiken des VPM mit der Würde des Einzelnen, mit der pluralistisch-demokratischen Ordnung unserer Gesellschaft und mit der Psychologie als Wissenschaft und Beruf vereinbar sind. ..." (Informationen Deutscher Psychologen, 16.6.1992)

„Der BDP hält an seiner Einschätzung fest, dass es sich beim VPM um einen Psychokult handelt" (Pressemitteilung, Informationen Deutscher Psychologen, 15.7.1994)

dem VPM verbundene Organisationen:

Verbreitung: Gruppen der o.g. Vereine gibt es in verschiedenen größeren Städten der Schweiz (Hauptsitz des VPM ist Zürich), Österreichs und Deutschlands (hier vor allem Köln und Berlin) mit insgesamt ca. 3 000 - 4 000 Mitgliedern. In Sachsen sind sie bisher nur durch den Versand ihres Werbematerials (u.a. an Landtagsabgeordnete) aktiv geworden. Der Verdacht, dass es in Leipzig bereits eine Gruppe gäbe, hat sich noch nicht bestätigt.

Auflösung?: Mit einer Pressemitteilung vom 3.3.02 teilt der Verein seine Auflösung mit, weil "er seine Ziele weitgehend erreicht hat". Zweifel am Auflösungsentscheid äussert Sektenexperte Hugo Stamm: "Dieser Auflösungsbeschluss ist klar ein Ablenkungsmanöver. Er entspricht genau der jüngsten Taktik des VPM, den Verein und das Kürzel zu verstecken".

Weitere Informationen:
keine Selbstdarstellung mehr im Internet verfügbar
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Zentrum für Experimentelle Gesellschafts-Gestaltung (ZEGG)Seitenanfang

Ursprung: 1991 in Belzig/Brandenburg als „erotische Akademie" gegründet, um einen „ökologischen" sowie „einen neuen sexuellen Humanismus" zu erforschen. Der Vorläufer von ZEGG, „MEIGA", machte 1988 mit einem „alternativen Bordell" von sich reden. Initiator und Vordenker war Dieter Duhm, früher in der inzwischen aufgelösten AAO (Aktionsanalytischen Organisation) aktiv.

Lehre: Ähnlich dem Roten Forum versucht man eine Verbindung zwischen sozialistischer und psychologischer Befreiung, die „ursprünglich humane Idee des Sozialismus" sei nur durch die „freie Liebe" zu erreichen. Der Schwerpunkt liegt deshalb auf der sexuellen Befreiung (ein häufiger Partnerwechel ist üblich, weil eine feste Zweierbeziehung Ursache von Konflikten wie Eifersucht... sei), von der man sich quasi das ganze Heil erwartet.

Als Gegensatz zu der von ihnen geschmähten „Kleinfamilie" werden die Gruppenprozesse (Gemeinschaftserfahrung, „transparente Hierarchie") betont. Gesucht wird ein möglichst naturnahes Leben, Zivilisation gilt als Eindämmung der Natur des Menschen. Krankheit wird als falsches Bewusstsein deklariert, durch neues Bewusstsein oder eine neue Lebenspraxis sei sie heilbar.

Auch in dieser Gruppe scheint derzeit ein Reform-Prozess abzulaufen.

In Belzig finden regelmäßig Kurse, Workshops, Sommercamps und Seminare zu den oben angerissenen Themen statt, deren Dauer von einigen Tagen bis zu mehreren Wochen reicht.

ZEGG-nahe Einrichtungen:

Verbreitung: Zentrum ist die Kommune (15 ha) in Belzig mit ca. 50-70 Bewohnern, Ableger gibt es in einigen anderen deutschen Großstädten. In Sachsen wird in Dresden, Leipzig und Chemnitz für Kurse, Seminare und Freizeiten in Belzig geworben. In Leipzig besteht bereits eine Stadtgruppe.

Weitere Informationen:
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© Gerald Kluge, Beauftragter für Sekten und Weltanschauungsfragen im Bistum Dresden-Meißen
E-Mail: info@sekten-sachsen.de

aktualisiert: 28.8.2007

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