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Kurzbeschreibungen einiger Gruppen
mit östlichem Hintergrund

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SeitenanfangAnanda Marga

Ursprung: 1955 in Indien gegründet von Sri Anandamurti

Lehre: basiert auf hinduistischen Konzepten des Tantra-Yoga und der Mantra-Meditation. „Vollzeit-Mitglieder" (full-time-members) sind „Dadas" (Mönche) und „Didis" (Nonnen) mit strengen Regeln für jeden Bereich des Lebens. Ziel ist die Weltherrschaft einer spirituellen Elite (bestehend aus den Ananda-Marga-Anhängern).

Der politische Arm ist die PROUT-Organisation (Progressive Utilisation). PROUT war vereinzelt bei terroristischen Aktionen in verschiedenen Teilen der Welt beteiligt. 1976 wurde Anandamurti wegen Anstiftung zum Mord an 6 abtrünnigen Anhängern inhaftiert. Zu seiner Freilassung fanden verschiedene Protestkundgebungen (u.a. Selbstverbrennungen, Bombenattentat) in Indien, Australien, England, Berlin und Genf statt.

Werbung: Geschieht gern im Umkreis von Universitäten und durch soziale Engagements (Nachbarschaftshilfe).

Unter- und Tarnorganisationen: (ohne Erwähnung von „Ananda Marga"):

Verbreitung: Weltweit ca. 2,5 Mill. Mitglieder, Deutschland ca. 500. Bei Bad Schandau existiert eine Gruppe, die Meditationen und Texte von AM anbietet. 2001 hat sich eine Gruppe in Leipzig gefunden.

Weitere Informationen:
Selbstdarstellung
kritische Informationen:

Brahma KumarisSeitenanfang

Ursprung: 1937 in Pakistan von Lekh Raj gegründet. Nach einigen Visionen meine er, dass Gott Shiva  (hohe Gottheit des Hinduismus) in ihm gegenwärtig sei, der durch ihn eine neue Weltordnung schaffen will. Aufgrund seiner Verkündigung sammelten sich um ihn (vor allem weibliche) Anhänger. Im Unterschied zum klassischen Hinduismus sind Frauen auch in der Leitungsebene reichlich vertreten. 1971 wurden erste Zentren im Ausland (Hongkong und London) gegründet, seit 1975 ist die Bewegung in Deutschland aktiv.1969 verstarb Lekh Raj (in der Bewegung auch "Brahma Baba" genannt). Seitdem soll er sich durch "mediale" Kundgaben über Anhängerinnen melden.. 

Lehre: Die Gruppe meint, dass durch ihren Leiter "Brahma Baba" sich Shiva selbst offenbart und die absolute Wahrheit kundtut. Ähnlich dem Mainstream-Hinduismus geht Brahma Kumaris von einer zyklischen Abfolge von vier Weltzeitaltern aus - allerdings wird bei Brahma Kumaris dieser Zyklus auf jeweils 5000 Jahre verkürzt. Man sieht sich gegen Ende des schlechtesten Zeitalters (Kali Yuga) und in baldiger Erwartung einer atomaren Katastrophe, welche nur Indien verschont. Das dann folgende "Goldene Zeitalter" (Sat Yuga) wird als eine Art Paradies auf Erden beschrieben. Um sich in diesem  Zeitalter zu reinkarnieren, ist die Belehrung Sivas (vermittelt über Lekh Raj) eine wichtige Hilfe. 
Neben der irdischen Welt glaubt Brahma Kumaris noch an eine engelhafte, himmlische Welt ohne Raum und Zeit als Ort vollkommener Ruhe und Harmonie. Durch die Raja-Yoga-Meditation (Konzentration auf das "dritte Auge" in der Mitte der Stirn) könne man daran partizipieren. Sie führt in das Seelenbewusstsein und hilft negatives Karma abzubauen, das vor allem aus den Äußerungen des Körperbewusstseins stammt. Im "Feuer des Yoga" könne der Anhänger selber seine karmischen Belastungen verbrennen, d.h. sich selbst erlösen.

Liebe und Sexualität werden als größte Feinde des Seelenbewusstseins gesehen, da sie Bindungen verursachen. Deshalb soll die Sorge für den Mitmenschen auch nur die Weitergabe des Brahma-Kumaris-Wissens umfassen. Materiell-körperliche Hilfe würde Bindungen und damit negatives Karma verursachen. Auch "Anhänglichkeit" an Ehepartner, Kinder und Verwandte muss vermieden werden. An ihre Stelle tritt die "Gemeinschaft der wissenden Seelen".

Eine wichtige Rolle spielt für den Anhänger die Wallfahrt nach Rajastan, Indien, um auf dem Mount Abu durch das Lekh-Raj-Medium seine Verbindung zu vertiefen.

Werbung: Jeder Anhänger hat die Verpflichtung, das Brahma-Kumaris-Wissen weiter zu verbreiten. Von seinem Vermögen und Einkommen soll das Mitglied möglichst viel für den "Dienst" im Sinne von Brahma Kumaris zur Verfügung stellen. Einzelne Anhänger(innen) richten Meditationszentren ein, um die Lehre zu verbreiten. Mitunter werden werbewirksame internationale Aktionen vor allem zum Thema "Frieden" veranstaltet, bei denen der Eindruck erweckt wird, dass man in einer besonderen Beziehung zur UNO stehe. Manche Werbeaktionen versuchen, Interessierte über vegetarische Themen anzusprechen und dann auch religiöse Impulse zu vermitteln. Auf Esoterik- und Gesundheitsmessen sind oft BK-Anhänger mit einem Stand vertreten. Weitere Werbung geschieht über Managerkurse und Lunch-Einladungen für weibliche Führungskräfte.

Namen und Begriffe, die oft im Zusammenhang mit Brahma Kumaris auftauchen:

Verbreitung: Die Weltzentrale befindet sich in Mount Abu (Indien, Rajasthan), das Europa-Zentrum in London. Die deutsche Zentrale ist in Frankfurt am Main. Die einzelnen Meditationszentren kennen keine offizielle Mitgliedschaft der Anhänger im Sinne des Vereinsrechts. Genaue Zahlen gibt es nicht. Die Gruppe selbst gibt für 1996 die Zahl ihrer Anhänger mit 450.000 an, was sicher stark überhöht ist. In Deutschland werden auf der Homepage der Gruppe 19 Zentren aufgelistet. Dabei dürfte es sich aber unter anderem auch um Meditationsgruppen mit wenigen Anhängern handeln, die sich in Privatwohnungen treffen. Eine solche kleine Gruppe existierte ca. 2005-2006 auch in Dresden. 2007 ist eine solche Gruppe in Leipzig erwähnt.

Weitere Informationen:
Selbstdarstellung (auch auf Deutsch)
kritische Informationen:

EckankarSeitenanfang

Ursprung: gegründet 1964 in den USA von Paul Twitchell (+ 1971), dem bisher einzigen weißen Guru, der seine Abhängigkeit von Kirpal Singh und anderen indischen Gurus verborgen hält. Quelle seines Wissens soll ein fiktiver „Rebarzar Tarzs" sein. Nachgewiesen sind allerdings Plagiate (Abschreiben) aus Standardwerken des Sant Mat.

Lehre: fußt auf der Tradition des Sant Mat sowie Einflüssen von Scientology und Theosophie. Starke Betonung wird auf Wiedergeburt und Seelenwanderung und entsprechende Bewusstseinstechniken gelegt. Der zweite Nachfolger Twitchells, der heutige Eck-Meister Harold Klemp, versteht sich wie Twitchell als „einziger Meister des Zeitalters" (Satguru). Seine Aufgabe sieht er in der Seelenführung der Jünger, dem Verwalten ihres Karma (heilsgeschichtliche Nachwirkungen der eigenen Taten) und der Führung in kosmische Sphären.

Werbung: geschieht meist durch Einladung zu Vortrags- und Videoveranstaltungen über esoterisch klingende Themen.

Verbreitung: Weltweit. In Sachsen gab es Werbeverantstaltungen in Leipzig, Dresden, Chemnitz und Meißen. Kleinere Gruppen gibt es vermutlich in Leipzig und Dresden, die von Nürnberg bzw. Berlin aus betreut werden.

Weitere Informationen:
Selbstdarstellung
kritische Information

SeitenanfangHare Krishna - ISKCON
(= engl.: Internationale Gesellschaft für Krishna-Bewusstsein)

Ursprung: 1966 von Swami Prabhupada, einem Hindu-Missionar in den USA gegründet. Nach seinem Tod 1977 führten 11 spirituelle Leiter (jeder für eine bestimmte Weltregion zuständig) die Bewegung. Nach internen Machtkämpfen wird die Bewegung jetzt von der 30-köpfigen „governing-body-commission" geleitet. Nach eigenen Angaben befänden sie sich in einer Phase der Umstrukturierung zur seriösen Religionsgemeinschaft, indem frühere sektenhafte Züge abgelegt werden.

Lehre: Sie gründet auf der Bhagavadgita und anderen alten indischen Schriften. Ziel ist die „Erlangung des Krishna-Bewusstseins" über die bhakti-Frömmigkeit, d.h. die liebevolle Hingabe an Krishna.

Lebensform: Als Krishna-Jünger kann man entweder in eine Tempel-Wohngemeinschaft eintreten (inzwischen nach einer gewissen Probezeit) oder weiterhin außerhalb des Tempels wohnen. Für die Mönche im Tempel gelten strenge Lebensregeln (bis zum genau vorgeschriebenen Tagesablauf). Als eine Form der Bhakti-Frömmigkeit wird das Hare-Krishna-Mantra 1728 mal am Tag gechantet (singend-betend wiederholt). Eine Lebensregel für alle Anhänger ist die Einhaltung der „4 regulierenden Prinzipien": kein Fleischgenuss, keine Drogen (einschl. Kaffee, Alkohol, schwarzem Tee), kein Glücksspiel, keine unerlaubte Sexualität (sie darf nur in der Ehe und nur zur Zeugung von Nachkommen praktiziert werden). Das private uns spirituelle Leben des Einzelnen wird sehr stark durch die Bindung an den Guru (eine Art geistlicher Führer) bestimmt.

Werbung: Zur Mitgliederwerbung werden Passanten in Gespräche verwickelt oder zu kostenlosen vegetarischen Essen eingeladen. Auf der Straße bieten die Krishna-Jünger Literatur, Schallplatten oder Räucherstäbchen an, für die sie anschließend eine Spende verlangen. Das Geld dient dem Unterhalt der Organisation.

Einrichtungen:

Verbreitung: Weltweit. In Europa ca. 750 000 Sympathisanten, in Deutschland 5000 Sympathisanten und 500 Vollzeitmitglieder. In Sachsen gibt es eine größere Niederlassung („Tempel") in Leipzig und eine kleinere Gruppe in Dresden. In Schöna bei Bad Schandau bestand eine von einem Krishna-Anhänger unterhaltene Veden-Akademie "Burg Schöna", die 2007 nach Berlin umgezogen ist.

Weiter Informationen:
Selbstdarstellung - private deutsche Krishna-Homepage - Kult-Magazin der Hare-Krishna-Bewegung
kritische Informationen

MurabitunSeitenanfang

Ursprung und Verbreitung: Eine internationale islamische Sekte, die in Spanien (Granada) und vor allem Schottland ihren Sitz hat. Gründer ist ein zum Islam konvertierter Schotte, Ian Dallas, der sich "Scheich Abdulqadir al-murabit as-sufi" nennt. Ein weiterer Protagonist ist der Spanier Umar Ibrahim Vadillo. In Deutschland liegt ein regionaler Schwerpunkt in Freiburg/Breisgau und in Potsdam. Dort treten sie als "Weimarinstitut" auf und haben enge Beziehungen zur Islamischen Zeitung und zum Islamrat, der von der islamistischen Gruppe "Milli Görüs dominiert wird. Ein Schwerpunkt ihrer Missionierung liegt in den neuen Bundesländern und Osteuropa. In Sachsen (Dresden) arbeitet sie auch unter dem Namen „Die neue Turmgesellschaft" oder als "Weimar-Institut e.V.". Nachdem sie zwischenzeitlich kaum in Erscheinung trat, fand im Mai 2001 wieder eine Veranstaltung in Dresden statt. Die nächstgelegene Niederlassung befindet sich in Potsdam.

Lehre: Die Murabitun sind eine Kalifatsbewegung. Sie streben die Errichtung eines weltweiten islamischen Kalifats an, d. h. eine Vereinigung der muslimischen Weltgemeinschaft unter einem Kalifen. Ihr Weg dahin besteht jedoch nicht im gewaltsamen Umsturz, sondern im brechen der globalen Wirtschaftsmacht, deren Fundament das "kapitalistische Finanzsystem" ist. Der diesem System zu Grunde liegenden Währung setzen sie eine eigene, islamische Währung entgegen - den Golddinar und Golddirham - ein Finanzsystem nach islamischen Regeln. Weiterhin versuchen sie, in der abendländischen Geistesgeschichte Voraussetzungen für den Islam zu finden (z. B.: "Goethe war ein Muslim"; "Wagner und Heidegger als Künder der Wesenslehre des Islams")

Die Freiburger türkisch-islamische Gemeinde distanziert sich von dieser Gruppe, die durch unverhohlenen Fundamentalismus und mitunter antisemitische Parolen auffällt.

Weitere Informationen:
Selbstdarstellung - Murabitun Worldwide Movement
kritische Informationen:

Sahaja YogaSeitenanfang

Ursprung: 1970 von dem (weiblichen) Guru Sri Mataji Nirmala Devi (+ Febr. 2011) gegründet, die ihre Form des Yoga „Sahaja-Yoga"(sprich sahatscha) nannte.

Lehre: Die „spirituelle Kraft der Kundalini-Meditation" soll auf „mühelose natürliche Weise" (sahaj) zur Selbsterkenntnis und -verwirklichung genutzt werden. Meditiert wird auf das Bild Sri Matajis hin, von dem aus durch die Meditation über den eigenen Scheitel ein auch Krankheiten heilender Luftstrom fließen soll.

Lebensweise: Die Mitglieder werden sehr zum Meditieren (möglichst in der Gruppe) angehalten. Verwandte berichten von typischen Sekten-Symptomen wie seelischer Abhängigkeit vom Guru und einer Regression der Persönlichkeit.

Verbreitung: Weltweit ca. 50 000 Anhänger, in Europa einige Tausend. In Sachsen gibt es in Dresden eine kleine Gruppe.

Weitere Informationen:
Selbstdarstellung
kritische Informationen

SeitenanfangSant Thakar Singh

Eine indische Gurusekte aus der hinduist. Tradition des Sant Mat. Die Mitglieder müssen ein spirituelles Tagebuch führen, in dem jeden Tag das Leben nach den Geboten der Sekte abgerechnet wird. Aller zwei Monate wird es zum Guru zur Auswertung geschickt. Die Mitglieder werden zu finanziellen Spenden für die „Aufgaben" des Guru und zur Arbeitsleistung „im Werk des Meisters" angehalten. Berüchtigt wurde die Sekte u.a. durch die an Kindesmisshandlung grenzende Form der „Baby-Meditationen", bei dem schon kleinste Kinder längere Zeit mit verbundenen Augen und zugestöpseltem Ohr zur Meditation gezwungen wurden, um das „Innere Licht" zu sehen. Weitere Vorwürfe gegen den Guru betreffen sexuellen Missbrauch von Anhängerinnen und gewaltsame Exorzismen (in einem Fall mit Todesfolge).
Sant Thakar Singh starb am 5.3.05 im Alter von 75 Jahren. Seine Nachfolge hat Sant Baljit Singh angetreten.

andere Namen, nahestehende Organisationen:

Verbreitung: Weltweit, in Deutschland nach eigenen Angaben ca. 25 000 Anhänger. In Sachsen gibt es in Leipzig, Chemnitz und Dresden jeweils eine Gruppe.

Weiter Informationen:
Selbstdarstellung: Santmat.net
kritische Informationen:

Sathya Sai BabaSeitenanfang

Ursprung: 1961 rief Sai Baba (+ 2011), der sich als Wiederverkörperung eines 1918 verstorbenen Gurus versteht, in Indien die „Sathya-Sai-Ära" aus.

Lehre: Die Sai-Religion sei die Essenz aller Religionen. Sai Baba gilt als „der Allgegenwärtige, Allmächtige und Allwissende", die Hingabe an Gott vollzieht sich konkret in der Hingabe an ihn. Er hält sich für eine Wiederkehr der indischen Gottheiten Shiva und Shakti und zugleich (seit westliche Anhänger zu ihm kamen) auch als Wiederkehr Jesu Christi. Sai Baba tritt gern als Wundertäter hervor, wobei seine Spezialität neben Heilungen mittels „Heiliger Asche" sogenannte Materialisationen sind. Dabei zaubert er Gegenstände aus der Luft hervor, was jedoch in Einzelfällen bereits als Taschenspielertricks entlarvt wurde. Bei westlichen Besuchern erregte seine Praxis Befremden, mitunter durch Berührung der Genitalien seiner Schüler deren „niedere Chakren zu reinigen" bzw. die "Kundalini-Energie" zu aktivieren. Bei ehemaligen Anhängern sind auch noch weiter gehende Vorwürfe zu sexuellen Praktiken nicht verstummt.

Verbreitung: Weltweit, mit großem (auch politischem) Einfluss in Indien. In Europa sind vor allem in Italien starke Aktivitäten zu verzeichnen, in Deutschland existieren 16 Zentren und 22 Gruppen. In Sachsen gibt es in Leipzig und Dresden jeweils eine Gruppe.

Weitere Informationen:
Selbstdarstellung
kritische Informationen

Sri ChinmoySeitenanfang

Ursprung: Seit 1962 lebte und lehrte der indische Guru Sri Chinmoy in New York (gestorben 2007).

Lehre: Sie fußt auf der hinduistischen Neo-Vedanta-Bewegung und lehrt die wesenhafte Einheit der Religionen, wobei Jesus, Krishna, Buddha und Sri Chinmoy auf einer Stufe stehen. Mit einer Aufstiegs-Meditation durch die Chakren (spirituelle Punkte im Körper) soll die Fortwendung vom Ich zum Selbst, von der Maya (Täuschung) zum Brahman (dem Göttlichen) vollzogen werden. Sri Chinmoy spielt als äußerer (absoluten Gehorsam und Hingabe [Bhakti] fordernder) und innerer Meister (die Meditation erfolgt auf sein Bild zu, er soll einem in der Meditation erscheinen) eine große Rolle, die zu einer starken Abhängigkeit vom Guru führen kann. Für die Mitglieder gelten strenge Lebensregeln, u. a. absolute sexuelle Enthaltsamkeit (auch in der Ehe).

Werbung: Meist werden auf Plakaten Angebote zu Meditations- und Yoga-Kursen ohne Erwähnung der dahinterstehenden Organisation gemacht. Das Vokabular bedient sich der Schlagworte aus der alternativ-psycho-spirituellen Szene. Gern werden auch Friedenskonzerte oder Friedensläufe mit dem Guru veranstaltet, wozu man bekannte Persönlichkeiten um Grußworte angeht.

Gefahren: Außenwelts- und Wirklichkeitsverlust, materielle Ausnutzung der Bhakti-Frömmigkeit, totalitaristische Ausnutzung der Askese, mangelnde Verarbeitung der Meditationserlebnisse.

Verbreitung: Weltweit ca. 3-5000 Anhänger, Deutschland ca. 500. In Sachsen gibt es in Dresden, Leipzig und Chemnitz einzelne kleine Gruppen.

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Transzendentale Meditation (TM)Seitenanfang

Ursprung: 1950 in Indien von Maharishi Mahesh Yogi (ca. 1917-2008) gegründet. Geleitet von der „Weltregierung des Zeitalters der Erleuchtung" in Maharishi Nagar (Indien) bzw. Vlodrop (Niederlande, nahe der deutschen Grenze bei Wegberg). Bis 1980 bestand der Hauptsitz in Seelisberg/Schweiz. Nach dem Tod Maharishis im Februar 2008 wir die Bewegung von Maharaja Nader Raam geleitet.

Lehre: Wurzelt im tantrischen Hinduismus; TM behauptet heute von sich selbst, eine nicht-religiöse Technik zum Stressabbau zu sein. Nach einer hinduistische geprägten Initiation soll man durch täglich 20 minütige Wiederholung des geheimen Mantras persönliche Leistung, Wohlbefinden und Gesundheit steigern. Das angeblich speziell auf den Meditierenden zugeschnittene Mantra wird allerdings meist schematisch nach Alter und Geschlecht des Schülers verteilt. TM behauptet, wenn die Wurzel von 1% der Bevölkerung nach TM meditiert, so könne man damit schlagartig Kriminalität, Unfälle, Natureinflüsse (Smog) im jeweiligen Gebiet beseitigen oder dämpfen (Maharishi-Effekt). Der Beweis steht nach wie vor aus.

Gefahr: Die TM-Lehrer sind häufig den Gefahren der Meditationsübungen nicht gewachsen. Negativen psychischen Wirkungen kann dann nicht sachgemäß begegnet werden. Auf die einzelnen Kursteilnehmer wird auch bei den Meditationsüberprüfungen ein relativ starres System angewendet. Der Bundesregierung wurde 1989 in einem Gerichtsurteil das Recht zugestanden, vor der TM zu warnen, dass sie „zu psychischen Schäden oder zu einer Persönlichkeitszerstörung führen" kann. (BVerwG 7 C 2.87) Im darauf folgenden Urteil des Bundesverfassungsgerichts wird festgestellt, "dass der Hinweis der Bundesregierung auf die Möglichkeit psychischer Schäden in besonders gelagerten Einzelfällen der gegebenen Tatsachenlage entspricht."  Inzwischen wird aber in der Öffentlichkeit stärker die totalitäre politische Ideologie der Bewegung kritisiert (näheres hier).

Verbreitung: Weltweit ca. 2-5 Mill. Anhänger, Angaben für Deutschland schwanken zwischen 8 000 - 100 000. Der feste innere Kern dürfte aber wenige Tausend Mitglieder nicht übersteigen. Bis 2004 trat sie in verschiedenen Ländern auch bei Wahlen (in Deutschland: „Naturgesetzpartei" mit einem sächsischen Landesverband) an. In Sachsen sind Aktivitäten in den 90er Jahren vor allem aus dem Vogtland (Ellefeld), aber auch aus Dresden und Leipzig bekannt. Ein aktiveres Zentrum besteht in Halle. Das nächste größere Zentrum ist in Berlin.

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SeitenanfangUnity of Man

Ursprung: 1950 gründete Kirpal Singh den Ruhani Satsang als eine Richtung des Sant Mat. Bekannt wurde er 1974 mit seiner "Weltkonferenz für die Einheit der Menschen", die durch die von ihm gegründete "Unity of Man"  in Delhi veranstaltet wurde. Nach seinem Tod setzte ein Kampf um die Nachfolge ein, in dessen Folge drei Nachfolgezweige und viele Splittergemeinschaften entstanden. Harbhajan Singh gehörte ursprünglich zum Nachfolgezweig um Sant Thakar Singh. Als dieser sich aber immer stärker als Guru verehren ließ, trennte sich Harbhajan Singh 1977 von ihm und gründete "Unity of Man" als eigenständige Organisation, die als dritter Nachfolgezweig Kirpal Singhs damit in Konkurrenz zu den beiden anderen Zweigen unter Thakar Singh und Darshan Singh trat.
Seit dem Tod Harbhajan Singhs 1995 wird die Gruppe von seiner Frau Surinder Kaur geleitet.

Lehre: fußt auf dem Sant Mat (hinduist. Reformbewegung des 19. Jhds.). Durch die Einführung in die Gemeinschaft soll der Mensch zu einer „bewussten Verbindung mit der Gotteskraft" geführt werden. Obwohl sich die Gruppe nach außen als offen darstellt, ist sie in der Praxis doch abgegrenzt. Praktiziert werden verschiedene Yogaübungen, durch die der Mensch sein Wesen erkennen soll, nämlich dass er nicht Körper, sondern Seele ist, um so stufenweise immer höhere Bewusstseinszustände zu erreichen. Wie auch bei anderen Guru-Bewegungen nimmt die Person des Meisters dabei eine wichtige Rolle ein.

Verbreitung: Vortragsangebote gab es in Dresden und Leipzig. In Leipzig existiert inzwischen eine Gruppe. In größeren Abständen wird mit plakatierten Zetteln geworben, die meist österreichische Kontaktdaten enthalten.

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SeitenanfangYamagishi

Eine japanische Neureligion, die versucht, ökologische und spirituelle Elemente zu verbinden, allerdings bei einem phantastischen und naiven Umgang mit der Wirklichkeit. Ziel ist es, die Welt durch Yamagishi-Dörfer (Jikkenchi) zu verändern, in denen es weder Herrschende noch Beherrschte, weder Besitztum noch Geld geben soll und der Mensch durch neue Landwirtschaftsmethoden dem Ideal der Einheit von Mensch und Natur folge.

Verbreitung: Vor allem Japan, aber auch Korea, Thailand, Brasilien, der Schweiz und Deutschland (Hessen). Aktivitäten in Sachsen sind aus Dresden und Plauen bekannt.

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© Gerald Kluge, Beauftragter für Sekten und Weltanschauungsfragen im Bistum Dresden-Meißen
E-Mail: info@sekten-sachsen.de

aktualisiert: 30.10.10

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