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Kurzbeschreibungen einiger Gruppen
mit christlichem Hintergrund

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SeitenanfangDie Familie (Kinder Gottes)

Ursprung: 1969 in den USA unter dem damaligen Namen „Kinder Gottes" von David Berg („Mose" oder „Vater Mo", + 1994) gegründet.

Lehre: Auf der Bibel fußend, eschatologisch orientiert mit dem „Propheten Mo" (Mose David) im Zentrum (inzwischen verstorben). Seine Schriften (Mo-Briefe) haben einen ähnlichen Rang wie die Bibel. Für diese Briefe gibt es verschiedene Geheimhaltungsstufen (für die Öffentlichkeit - nur für Mitglieder - nur für leitende Führungskader). Die Welt lebt nach ihrer Auffassung in der Endzeit. Die Wiederkunft des Herrn (= Weltuntergang) wurde für 1993 erwartet, allerdings spielt dieses Datum heute keine Rolle mehr. Die „Familie" versteht sich als „Gottes neue Nation", die nach der Wiederkunft Christi mit „eisernem Stab" als „Gottes Supermann-Agenten" über die Gottlosen herrschen soll. Bis dahin sollen die Anhänger aus dem „verdammungswürdigen kommerziellen System" der bestehenden Gesellschaft und „dem greulichen Kirchensystem" aussteigen und dennoch soviel wie möglich im System „schmarotzen".

Werbung: Häufig durch das Verteilen von farbigen DIN-A-4-Postern im Hollywood-Stil mit christlichen Themen; die Frauen meist mit langem, offenem Haar und tiefem Ausschnitt dargestellt. Im Text auf der Rückseite der Poster wird das Thema „Liebe" sehr betont. Als Adresse ist meist ein Postschließfach angegeben. Eine berüchtigte Methode besteht im „Flirthy Fishing" (Mission durch [befohlene] Prostitution), wobei Männer durch sexuelle Kontakte geworben werden sollen. Es ist allgemein ein starker sexueller Grundzug vorhanden, in letzter Zeit durch die AIDS-Gefährdung und öffentliche Kritik vermutlich (zumindest nach außen hin) etwas gemindert. Bei Werbeveranstaltungen werden in der Regel weder „Mo" David noch das Flirthy Fishing erwähnt. Seit etwa 1994 wird in einer Art „Schmusekurs" versucht, in einzelne Kirchgemeinden einzudringen. „Missionare" der „Familie" bieten sich mitunter Pfarrgemeinden an, um Jugend- oder Sozialarbeit zu übernehmen. Der Gruppenhintergrund, aus dem sie kommen, wird dabei gezielt verschwiegen.

Sonstige Merkmale: Nomadenhafter Lebensstil mit wenigen festen Adressen; Starke Einbeziehung von Kindern in die Werbung; Promiskuität in der Gruppe; große Kinderzahl; starke Ablehnung des „Systems" (Regierung, Schule, Kirchen, Schulmedizin); Leben in autoritär geführten Wohngemeinschaften; Abgabe des privaten Eigentums; Selbstverständnis als „Familie".

Unter- und Tarnorganisationen, sonstige Namen:

Verbreitung: Weltweit ca. 10 000 Mitglieder (1985), davon 4500 Erwachsene und 5500 Kinder, heute vermutlich mehr. Niederlassungen der Sekte werden von ihr in der Regel geheimgehalten. Die einzige Ausnahme bildet eine Adresse in Zürich, von wo aus zumindest ein Großteil der Öffentlichkeitsarbeit läuft. In Dresden existiert eine Gruppe, die auch im weiteren Umfeld aktiv ist.

Weitere Informationen:
Selbstdarstellung: - deutschsprachige Homepage
Kritische Information:

Gemeinde ohne Mauern (GoM)
(International Community without walls)
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Ursprung: Mitte der 90er Jahre entstand die "Gemeinde ohne Mauern" aus dem früheren "Christlichen Zentrum Saarloius" über die Zwischenstation "Christengemeinschaft Powerhouse" im saarländischen Wehingen. Gründer und "Pastoren" der Gemeinde sind die durch ihr Leben in den USA geprägten Eheleute Irene und Wayne Negrini, die sowohl ihre Berufung als auch ihren Dienst "unter direkter Führung des Hl. Geistes" sehen. Außer zur "Powerhouse Christian Fellowship" in Kalifornien sind bisher keine ökumenischen Kontakte bekannt.

Lehre: Die GoM gehört zur schillernden Vielfalt freicharismatischer Gemeindeneugründungen. Bereits getaufte Christen, die zur GoM finden, werden in der Regel erneut getauft. Wichtig sind ihnen nicht Fragen der Kirchenorganisation, sondern vor allem die unmittelbare Erfahrung des Heiligen Geistes, was sich auch im charismatisch geprägten Gottesdienststil (Hochheben der Hände, Klatschen, Singen und Jubeln, Tanzen, Singen und Beten in anderen Zungen, Weissagung, gemeinsames Beten, Altarruf und Gebet mit Handauflegung) ausdrückt. Befreiungsdienst (Teufelsaustreibung) und Weissagung für persönliche Fragen spielen ebenfalls eine große Rolle.

Lebensweise: Neben der Gemeinde gibt es eine "von Gott gesetzte Wohngemeinschaft", die der Ausbildung von Missionaren und Pastoren dient. Von den alteingesessenen Bewohnern Wehingens wird die die GoM als sich isolierend und abschottend erfahren. In der Kommunalpolitik beteiligen sie sich nicht in bestehenden Organisationen, sondern treten mit einer eigenen Liste zur Wahl an. Die Mitglieder bewegen sich (mitunter auch im Urlaub) stark im Binnenbereich der Gruppe.

Verbreitung: Ein Großteil der Mitglieder hat ihr bisheriges berufliches und soziales Umfeld verlassen und sich in Wehingen bzw. dem Umland angesiedelt. Gruppen von Anhängern gibt es aber auch in anderen Bundesländern, den Benelux-Staaten und der Schweiz. In Sachsen sind sie vor allem im Westerzgebirge und Vogtland aktiv.

Weitere Informationen
Selbstdarstellung
kritische Informationen:.

SeitenanfangHolic-Gruppe

Ursprung: In den siebziger Jahren von Gottfried Holic (sprich Holitsch) in Wien gegründet. Inzwischen vor allem in Sachsen, Berlin, Baden-Württemberg, den Niederlanden und Osteuropa aktiv.

Lehre: Es ist keine spezielle eigene Sonder-Lehre vorhanden, eher ein Absetzen gegenüber dem Feindbild Kirche und sündiger Welt. Sie betonen, dass nur sie wirklich nach der Bibel leben würden - wie überhaupt ihr besonderes Augenmerk auf moralische Lebensführung und Gemeindestruktur gerichtet ist. Erst an der Begegnung mit ihnen könne sich entscheiden, ob jemand ein wirklicher Christ ist. Dieser würde sich ihnen sofort anschließen. Anderen Gemeinschaften wird das Christentum abgesprochen.

Lebensweise: Man lebt meist in Wohngemeinschaften und soll alles (geistlich wie materiell) miteinander teilen. Auch wer außerhalb lebt, sollte sich mindestens einmal am Tag mit der Gruppe treffen. Eine Privatsphäre gilt als sündhafte Absonderung. Wenig Augenmerk wird auch auf Äußerliches gelegt, man lebt bewusst einfach, ohne direkt verwahrlost zu sein. Lange, ermüdende Wanderungen und ausgedehnte Bibellesung sind üblich. Alles Bemühen richtet sich darauf, möglichst vollkommen nach der Bibel zu leben (bzw. was von der Gruppe als bibelgemäßer Lebensstil deklariert wird) und ständig für Gott tätig zu sein. So gilt selbst das Beschäftigen mit Musik und anderen schönen Dingen als verschwendete Zeit, die man lieber im unermüdlichen Dienst für Gott (zum Missionieren) einsetzen sollte. Persönliche Freundschaften wie auch Sexualität werden als egoistisch abgelehnt.

Von geworbenen Anhängern sind die typischen Sektenphänomene bekannt: radikaler Wandel von Wertorientierung und Lebensform innerhalb weniger Tage, Abbruch bzw. Einschränkung des Kontaktes zu allen Außenstehenden (man müsse sich von allen Sündern, d.h. Nicht-Sektenmitgliedern trennen), mitunter Abbruch der Berufsausbildung bzw. des Studiums, Einbringung der privaten Ersparnisse in die Sekte sowie psychische Abhängigkeit.

Werbung: Sie gehen gezielt in kirchliche Jugendgruppen. Entsprechende Termine und Zeiten (von Jugendstunden, Bibelkreisen, Veranstaltungen) werden im weiten Umkreis der jeweiligen Niederlassung gezielt gesammelt. So gut wie jeden Abend sind Sektenmitglieder zu „Missionen" unterwegs. In der jeweiligen Gruppe versuchen sie entweder sofort das Gespräch an sich zu reißen oder sie sprechen später Mitglieder an, die ihnen nicht voll in die Gruppe integriert erschienen. Beliebt ist auch die Werbung am Rand kirchlicher Großveranstaltungen. Geworbene werden aus ihren bisherigen Sozialbezügen gelöst und voll in die Gruppe eingespannt. Zu erkennen ist die Sekte an der Selbstbezeichnung „Wir sind Christen" (sie lehnen jeden Konfessionsbegriff oder sonstigen Namen für sich ab), dem teilweisen Auftreten von Österreichern, sowie der ausgeprägten Kirchenfeindlichkeit. Bei der Werbung versuchen sie meist ihre Herkunft zu verschleiern. Eine neuere Werbestrategie seit ca. 2001 besteht darin, mit meist handgeschriebenen Plakaten Menschen einzuladen, die auf der Suche nach Gott oder dem Sinn des Lebens sind. Angegeben sind meist eine Handy-Telefonnummer bzw. eine der unten genannten Homepages der Sekte.

Verbreitung: in Österreich, Deutschland (Sachsen, Berlin, Raum Stuttgart, München, Regensburg, Taunus), Ungarn, Tschechien, Polen, Litauen, Niederlande, England und Indien. In Sachsen ist ihre Niederlassung in Radebeul bei Dresden (früher bestanden auch Wohngemeinschaften in Hausdorf bei Rochlitz, Oelsnitz/Vogtl. und Dresden). Der Schwerpunkt der Aktivitäten hat sich seit 2001/2002 wieder aus Sachsen weg verlagert. Insgesamt ca. 100 - 150 Mitglieder.

Weitere Informationen:

Selbstdarstellungen

kritische Informationen:

Blogs von ehemaligen Holic-Anhängern:

SeitenanfangMun-Sekte (Vereinigungs-"kirche")

Ursprung: 1954 vom Koreaner Sun Myung Moon (+ 2012) gegründet.

Lehre: koreanisch-christlich geprägt. Starke Betonung auf die Familie. Dualistische Weltsicht. Im Zentrum der Lehre steht der „Herr der zweiten Wiederkunft", der Messias, der die angeblich unvollendete Mission Christi fortführt. Mun hält sich dafür; ihm schuldet der Jünger absoluten Gehorsam. Er und seine Frau gelten als die „Wahren Eltern". Durch die Einsegnung in einem meist von Mun arrangierten Paar in der Heiligen Hochzeit (in der Regel als Massentrauung) soll man an der Sendung Muns mitwirken. Politisch ist die Bewegung extrem rechts und scharf antikommunistisch. Einfache Mitglieder sind in mobilen „fund-raising-teams" eine große Zeit des Tages mit dem Sammeln enormer Geldsummen (durch Straßenverkäufe, Haustürgeschäfte) beschäftigt, die an die Organisation gehen. Weltweit gibt es sehr starke politische und wirtschaftliche Aktivitäten.

Werbung: Sie geschieht oft verdeckt durch Tarnorganisationen oder dem bewussten Verschweigen des Veranstalters. In der Bewegung wurde dafür der Begriff „heavenly deception" (= himmlische Täuschung) geprägt. Gern werden große Kongresse oder Seminare von Tarnorganisationen veranstaltet, zu denen renommierte Wissenschaftler und Politiker eingeladen werden. Bevorzugte Zielgruppen sind (möglichst christliche) akademische Kreise (Studenten, Professoren) und medizinisches Personal.

sehr zahlreiche Unter- und Tarnorganisationen; z.B.:

Zeitschriften: Neue Hoffnung, Studentenzeit, The Washington Times, Middle East Times

Verbreitung: Weltweit ca. 200 000 Mitglieder, Deutschland: 800 Vollmitglieder, ca. 2000 Anhänger. In Sachsen existierte in den 90er Jahren eine Gruppen in Dresden (als „Club Regenbogen - CARP" deklariert), die Werbung erstreckte sich aber auch auf andere Hochschulen. Neuere Aktivitäten in Sachsen sind nicht bekannt.

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kritische Informationen:.

Christian Assemblies Europe/International (CAI/CAE) = Revival Centers International (RCI)Seitenanfang

Ursprung: Ab 1914 bildete sich in in den USA in pentecostalen Kreisen die Assemblies of God. Aus ihr entstanden viele Abspaltungen, wie der Christian Revival Crusade (CRC - Leo Harris 1945) und die British Israel World Foundation (Tom Froster). Vom CRC wiederum spaltete sich 1958 in Australien die RCI unter Führung von Lloyd Richard Longfield ab. Später gab es auch aus dieser Gruppe verschiedene Abspaltungen, so 1994 die mit der RCI fast identische International Revival Fellowship (IRF, Kuhlmann) und die eher noch radikalere Geelong Revival Centers (GRC, 1972, Noel Hollins). Für unseren Bereich ist vor allem die Abspaltung von 1991 (Scott Williams) in die Christian Assemblies International (CAI) bzw. CA Europe interessant, die sich zunehmend radikalisierte.

Lehre: Ihre zentrale Lehre ist die Meinung, dass man, um erlöst zu werden, sich nach Buße und persönlicher Bekehrung durch Untertauchen taufen lasse muss. Daraufhin empfänge man die Geisttaufe, die sich in der "Zungenrede" (ekstatische, für Außenstehende unverständliche Ausdrucksform) bestätige. Eine weitere Besonderheit ist die Annahme, in der angelsächsischen Bevölkerung die direkten Nachfahren des Volkes Israel des Alten Testaments zu finden (auch als British-Israel-Theorie seit dem 17. Jahrhundert bekannt), was in sich die Gefahr birgt, eine Bevorzugung der arischen Rasse durch Gott anzunehmen. Die Cheops-Pyramide in Ägypten soll nach einem von Gott übergebenen Bauplan errichtet worden sein und in ihren Baumaßen verschlüsselte Aussagen über die Welt enthalten. Eine in den letzten Jahren selten erwähnte Lehre besagt, dass das Weltende vor dem 17. September 2001 einbrechen würde. Allgemein ist ihr Glaubensverständnis sehr rigoristisch und perfektionistisch geprägt.

Lebensweise:  Üblich ist es, dass in der Gruppe, der sogenannte "Zehnte" gezahlt wird (10 % des Einkommens). Sehr stark wird auch der Gehorsam gegenüber der Leiterschaft betont. Den Berichten nach kann der Einfluss der Leiter bis in die persönlichsten Bereiche gehen (Arrangieren von Ehen, starke Überwachung).

Verbreitung: RCI: ca. 40 Niederlassungen vor allem in Australien und Neuseeland, aber auch Nordamerika und Europa.; IRF: ca. 50 Niederlassungen in Australien, die meisten der früheren RCI-Zentren in anderen Ländern. GRC: ca. ein Dutzend Niederlassungen in Australien und Singapor. CAI: Vor allem in Europa (Deutschland und Schottland).
In Sachsen ist die Gruppe mit einer Wohngemeinschaft in Dresden seit 1992 aktiv.

nahestehende und Unterorganisationen, andere Namen:

Weitere Informationen
Selbstdarstellung RCISelbstdarstellung CAI
kritische Informationen:

SeitenanfangVassula Ryden (Wahres Leben in Gott)

Ursprung: Seit 1985 meint die in der Schweiz wohnende Griechin Vassula Ryden (* 1942), dass sie Botschaften von Gott empfangen würde. Um sie herum bilden sich kleinere Kreise, in welchen ihre "Offenbarungen" verbreitet werden. Obwohl Frau Ryden griechisch-orthodox ist, sind ihre Anhänger vor allem in katholischen Kreisen zu finden.

Lehre: Für eine Neuoffenbarungsgruppe steht der Inhalt der "Offenbarungen" doch in relativ wenig Distanz zur Bibel, wenn es auch unübersehbare Spannungen gibt. Die vatikanische Kongregation für die Glaubenslehre hat hierzu in einer Notifikation am 6.10.1995 festgestellt: "... Eine aufmerksame und ruhige Prüfung hat ergeben, dass neben positiven Aspekten ein ganzer Komplex fundamentaler Gegebenheiten vorhanden ist, die im Licht katholischer Lehre als negativ eingeschätzt werden müssen.

Folgende Lehrirrtümer werden besonders herausgestellt: Doppeldeutigkeiten in der Sprache in Bezug auf die Personen der allerheiligsten Dreifaltigkeit, Vorstellungen von einer bevorstehenden Herrschaft des Anti-Christen inmitten der Kirche, millenaristische Vorstellungen von einem Eingreifen Gottes, um vor der endgültigen Wiederkunft Jesu Christi ein Reich des Friedens und allgemeinen Wohlergehens zu errichten. Im Übrigen wird eine nah bevorstehende Zukunft erwartet, in der eine Art allgemein christlicher (pan-christlicher) Gemeinschaft vorhanden sein soll, im Gegensatz zur katholischen Lehre.
...
Angesichts der Tatsache, dass ungeachtet einiger positiver Aspekte, die Wirkung der Aktivitäten von Vassula Ryden negativ ist, ruft dieses Kongregation die Bischöfe dazu auf, einzuschreiten, damit diese angemessen ihre Gläubigen informieren und damit innerhalb ihrer Diözesen der Verbreitung der Ideen von Frau Ryden keinerlei Raum eingeräumt wird. Diese Kongregation fordert schließlich alle Gläubigen dazu auf, die Schriften und Äußerungen von Frau Ryden nicht als übernatürlich anzusehen..."

Werbung: Sie geschieht durch Vorträge, wobei man sich gern kirchlicher Räume bedient, um eine Nähe zur Kath. Kirche zu suggerieren. Ebenfalls finden sich die "Offenbarungen" im Internet und in einigen offenen Fernsehkanälen.

andere Namen:

Verbreitung: In einigen deutschen Städten gibt es bereits Gebetsgruppen. In Sachsen sind sie bisher nur durch Vortragsveranstaltungen aufgetreten. Dabei hatte man versucht, auch kirchliche Räume anzumieten.

Weitere Informationen:
Selbstdarstellung mit vielen deutschen "Offenbarungen"
kritische Informationen:

Ivo Sasek (Organische Christus-Generation OCG; Obadja)Seitenanfang

Ursprung: 1984 gründet der aus der evangelikalen Bewegung kommende, aber mehr neupfingstlerisch orientierte Ivo Sasek das Drogenrehabilitationszentrum "Obadja" in Walzenhausen/Schweiz, das sich bald zur "Lebensschule" für Menschen mit den verschiedensten Problemen entwickelte. Mit der Zeit entstand daraus eine eigene Gemeinde (mit Verlag, Kassettendienst und Jüngerschule), die durch Neugründungen schließlich zum de-facto-Gemeindeverband wurde. 2000 taucht dann erstmals der Name "Organische Christus Generation" auf.
2009 scheint Ivo Sasek ein weiteres Betätigungsfeld in der Gründung der Anti-Zensur-Koalition entdeckt zu haben. In ihr werden die unterschiedlichsten abstrusen Verschwörungstheorien verbreitet. Auf einem der Kongresse (August 2009 in St. Gallen) trat auch der Schweizer Scientology-Chef Jürg Stettler als Gastredner auf.

Lehre: Grundgedanke und Ziel der OCG ist die völlige Hingabe und Unterwerfung unter Gott, wofür Sasek den Begriff "Ganzopfer" verwendet. Damit verbunden ist eine Totalabsage an die Welt, einschließlich ihrer guten und schönen Seiten. Ein zweiter Schwerpunkt liegt in dem Gedanken des "Christus in uns", der in uns wirkt und dem man sich völlig überlassen solle.
Teilweise grenzt er sich recht unduldsam gegen evangelikale und charismatische "Normaltheologie" ab.
Recht kritisch sind in seiner Theologie zu sehen: die frauenfeindlichen Tendenzen, die absolute Betonung des Gehorsams bis hin zu totalitären Zügen und die Verpflichtung, die Kinder körperlich zu züchtigen.

Werbung: Sie geschieht durch eigene Aktionen (Theaterspiele der "Organischen Christus-Generation"), den Literaturvertrieb bzw. indem Sasek als Gastredner in anderen Gemeinden wirkt. Dabei entstehen dann oft von ihm geprägte Hauskreise, die letztlich zur Gemeindespaltung und Gründung einer neuen Gemeinde führen können. .

nahestehende und Unter-Organisationen, andere Namen:

Verbreitung: Das Zentrum ist in Walzenhausen/Schweiz. Ca. 170 Hauskreise mit insgesamt etwa 1.500 Teilnehmern fühlen sich Ivo Sasek verbunden. In Sachsen sind sie  seit 2000 durch Werbeveranstaltungen in verschiedenen Städten aufgefallen. Ein telefonischer Ansprechpartner existiert in Chemnitz.

Weitere Informationen:
Selbstdarstellung: www.novatorium.de; http://www.ivo-sasek.ch/. http://www.anti-zensur.info/
kritische Informationen:

 

SeitenanfangHorst Schaffranek - "Sein wunderbares Leben heute"

Ursprung: Horst Schaffranek (*1923-2013) wurde 1954 Pastor einer freikirchlichen Gemeinde, machte sich aber bald als freier Evangelist und Lehrer selbständig. Ende 2013 ist Horst Schaffranek verstorben. Es bleibt zu beobachten, ob seine Gruppe in anderer Form weiter existiert oder sich auflöst.

Lehre: Zentral war sein Gedanke einer "Ortsgemeinde", die er als Versammlung aller geistlich wiedergeborenen Christen verstand. Demnach kann es am Ort nur eine einzige Gemeinde geben. Daraus folgt ein Ausschließlichkeitsanspruch und ein Rundumschlag gegen alle christlichen Kirchen und Gemeinschaften.
Weitere wichtige Gedanken sind: Endzeitvorstellungen mit starkem Gerichtscharakter, Forderung nach einem perfekten christlichen Leben und die Überzeugung, unmittelbar vom Geist geleitet zu werden.

Werbung: Die Gruppe wirbt häufig mit Klein-Schriften Schaffraneks, meist Abschriften seiner Vorträge und Predigten. Damit tritt sie in der Regel auf Großveranstaltungen oder Evangelisationen/Missionen anderer Kirchen (vor allem des evangelikalen Spektrums) auf. Mitunter kommt es direkt zu massiven Störungen anderer Gottesdienste.
Größere Publizität errangen sie, als sie 1993 auf den ostfriesischen Inseln eine baldige Sturmflut als göttliches Strafgericht über das verderbte Leben der Insulaner prophezeiten.

Verbreitung: Die Gruppe ist relativ klein - insgesamt vielleicht gut hundert Anhänger im engeren Sinn. Schaffranek wohnte in Rickenbach bei Bad Säckingen. Seine Schriften werden vom Zentrum in Lemgo unter dem Namen "Sein wunderbares Leben heute" vertrieben. In Sachsen wohnen einige Anhänger in den südlichen Randgemeinden von Leipzig.

Weitere Informationen:
Selbstdarstellungen: www.1kor12-12.org  
kritische Informationen:

Universelles Leben - Heimholungswerk Jesu ChristiSeitenanfang

Ursprung: Gabriele Wittek, die „Botschafterin Gottes", das „Ewige Gesetz selbst", will seit 1975 in Würzburg angeblich wörtliche Offenbarungen von Jesus Christus empfangen.

Lehre: Sie ist noch sehr im Fließen; allgemein eine synkretistische Mischreligion mit gnostischer Grundsubstanz: Glaubensgemisch aus bekannten Religionen (mit vielen christlichen Begriffen verbrämt), in das Astrologie, Geisterglaube, Magie und Spiritismus einfließen. In jedem Menschen gebe es einen sogenannten „Christusfunken", der durch Meditation und Befolgen der Richtlinien des UL aktiviert werden soll. Dadurch könne das Bewusstsein des „willigen Schülers" auf eine höhere Stufe gehoben werden.

Zukunftspläne laufen darauf hinaus, einen „Christusstaat auf Erden" zu bauen mit „Christus-Wohngemeinschaften", „-Läden", „-Werkstätten", „-Kindergärten", „-Altenheimen", „-Krankenhäusern und „-Schulen", die es bereits als Einrichtungen des UL gibt, und in die zu investieren die Mitglieder gedrängt werden. Recherchen des Hess. Rundfunks („Das Seelenkartell", gesendet 1.12.93 ARD) äußerten die Vermutung, dass hinter der „Prophetin" einige Manager stehen, die letztlich Nutznießer der wirtschaftlichen Aktivitäten sind.

Wie bei anderen Sekten werden zahlreiche negative Folgeerscheinungen an Mitgliedern beschrieben, wie seelische Abhängigkeit und Regression der Persönlichkeit. Auf Kritik reagiert die Gruppe äußerst aggressiv und steigert sich mitunter in Verschwörungs- und Verfolgungswahn. Sie gilt als sehr prozessfreudig.

Wie bei vielen Neuoffenbarergruppen ist die Lehre durch neue "Offenbarungen" sehr im Fließen. Während bis in die Ende der 90er Jahre eine militante Kirchenfeindlichkeit vorherrschte, wird sie inzwischen durch radikalen Tierschutz ergänzt bzw. überlagert mit dem neuen Feindbild Jäger, die auch als "Lusttöter" bezeichnet werden.

2005 hat die 72jährige Gabriele Wittek die Leitung der Gemeinschaft an ein 15-köpfiges Gremium übergeben.

Werbung: Die Sekte stellt sich selbst als christlich-mystische Neuoffenbarungsgruppe dar. Angeboten werden Schriften sowie Video- und Tonkassetten der Sekte (vor allem in kleinen Zeitungsannoncen), aber auch Meditationskurse.

nahestehende sowie Unter- und Tarnorganisationen, andere Namen:

Sehr aktiv sind UL-Anhänger auch bei der Initiative zur Abschaffung der Jagd, einem Verbund verschiedenster Personen, die sich gegen die Jagd engagieren. Der überwiegende Teil der Tierschutzszene distanziert sich inzwischen von der Instrumentalisierung ihrer Gruppen durch das UL.

Verbreitung: Hauptsächlich im süddeutschen Raum (Zentrale in Würzburg), einige Gruppen im Ausland. Weltweit ca. 3 000 - 5 000 Anhänger, hauptsächlich in Deutschland. In Sachsen gibt es eine größere Niederlassung in Chemnitz und eine kleine Gruppe in Dresden - allerdings beide seit 1998 mit sinkender Bedeutung. Werbung erfolgt regelmäßig auch in Leipzig.

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kritische Informationen:

University Bible FellowshipSeitenanfang

Ursprung: 1961 in Südkorea durch Chang Woo Lee und Sarah Barry gegründet

Werbung: Sie werben vor allem als christliche Gruppe im Hochschulbereich. Grundlegend ist dabei das „Hirte-Schaf-Prinzip" (Shepherding), bei dem jeder seinen persönlichen geistlichen Führer hat, was sich vom Zweier-Bibelstudium bis in die verschiedensten Lebensbereiche (u. a. auch gelenkte Partnerwahl) erstrecken kann. Ehemalige Mitglieder berichten, dass dies zu blindem Gehorsam und einer starken Abhängigkeit führt.

Verbreitung: weltweit in 20 Ländern mit 450 Mitarbeitern, Zentrum in Chikago, deutsches Zentrum in Köln. In Sachsen sind bisher Aktivitäten in Dresden bekannt. Die nächstgelegene Niederlassung der Gruppe befindet sich in Berlin. 

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Ursprung: Um 1874 von Charles Taze Russel in den USA gegründet.

Lehre: Sie ist eschatologisch orientiert. Die Zeugen Jehovas erwarten den nahen Weltuntergang, bei dem alle Nicht-Zeugen in der Schlacht von Harmageddon vernichtet werden. Verschiedene, aus der Bibel dafür „errechnete" Daten (1874, 1914, 1925, 1975) haben sich inzwischen als falsch erwiesen. Die Bibel wird weitgehend wortwörtlich ausgelegt. Von vielen Bereichen der Gesellschaft kapselt man sich ab. Vor engeren Freundschaften zu Nicht-Zeugen wird sehr gewarnt. Nach ihrer Auffassung spielt sich auf Erden derzeit ein Kampf zwischen der Organisation Gottes (Zeugen Jehovas) und der Organisation des Satans (UNO, Staaten/Regierungen, Kirchen, Parteien, andere Religionen) ab. Deshalb ist jeder Dienst unstatthaft, der als ein Mitwirken in satanischen Organisationen gedeutet werden kann (so z.B.: Wehrdienst, Teilnahme an politischen Wahlen, auch der Dienst bei staatlichen oder staatsnahen Organisationen wird sehr kritisch gesehen). Die Ableistung des Zivildienstes wurde erst ab Anfang 1997 erlaubt. Christliche, staatliche und auch die meisten privaten Feiertage (z.B. Geburtstage, Muttertag) werden abgelehnt und derartige Veranstaltungen nicht besucht. Eine auffällige Sonderlehre ist das Verbot der Einnahme von Blut, auch in Form von lebensrettenden Bluttransfusionen. Diese werden sogar von Eltern für ihre in Todesgefahr befindlichen Kinder verweigert. In ihrer Bibelübersetzung („Neue-Welt-Übersetzung") ist der Text an vielen Stellen durch Veränderungen an ihre Lehre angepasst. Geleitet werden die Zeugen durch die „Leitende Körperschaft" in enger Verbindung mit dem Präsidenten der Wachturm Bibel- und Traktatgesellschaft (ein Verlagsunternehmen, dessen Literatur durch die Zeugen verbreitet werden muss). Die Anweisungen der Führungsspitze haben für den Lebensvollzug des einfachen Zeugen eine große Bedeutung. Ein soziales Engagement der Organisation ist kaum vorhanden.

Werbung: Sie stehen am Straßenrand, halten ihre Zeitschriften „Wachtturm" oder „Erwachet" hoch und versuchen, Passanten in ein Gespräch zu verwickeln. Eine andere Methode besteht in Besuchen an der Wohnungstür (meist zu zweit). Ebenso wird gern auf Menschen in Krisensituationen zugegangen (Krankheit, Tod eines Angehörigen...). Die Zeugen sind für diese Gespräche bestens geschult (pro Woche ca. 5 Stunden, wo solche Gespräche geübt und teilweise auswendig gelernt werden) und können viele Bibelstellen auswendig zitieren, die - aus dem Sinnzusammenhang des Kontextes herausgerissen - ihre Lehre zu bestätigen scheinen. Einem Gespräch mit ihnen ist man nur bei gründlicher Bibelkenntnis gewachsen. Das Werben auf der Straße oder an der Wohnungstür („Predigtdienst") ist ebenso wie das Verteilen von (in Deutschland bis Mitte 1991 von ihnen vorher selbst zu bezahlender) Literatur verpflichtend und wird monatlich abgerechnet.

Verbreitung: Weltweit ca. 5-7 Mill. Mitglieder, Deutschland 190 000, neue Bundesländer: 40 000, Sachsen 18 000. Zentrale in Brooklyn, USA; deutsche Zentrale in Selters/Taunus. In Sachsen besteht ein größeres Zentrum in Glauchau, die ca. 150 einzelnen Ortsgruppen (Versammlungen) gibt es aber flächendeckend in ganz Sachsen mit Schwerpunkt im Regierungsbezirk Chemnitz. Dort besteht mit 0.54 % auch die höchste Konzentration in Deutschland. Nach einem über 12-jährigen Prozess wurde das Bundesland Berlin Anfang 2006 verpflichtet, ihnen den Status einer "Körperschaft des öffentlichen Rechts" zuzuerkennen.

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© Gerald Kluge, Beauftragter für Sekten und Weltanschauungsfragen im Bistum Dresden-Meißen
E-Mail: info@sekten-sachsen.de

aktualisiert: 19.7.12

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