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Anne-Botschaften
Darstellung und kritische Beurteilung

  1. Was sind die Anne-Botschaften?
  2. Wie hat sich das entwickelt?
  3. Welche Inhalte haben die "Botschaften"?
  4. Wie läuft eine solche "Offenbarung" ab?
  5. Wer fühlt sich vor allem angesprochen?
  6. Was hat es mit der Trennung von den Kindern auf sich?
  7. Wie steht die traditionalistische Bewegung dazu?
  8. Welche Indizien sprechen gegen eine Echtheit der "Botschaften"?
  9. Ist es ein Betrug?
  10. Ist es eine Sekte?
  11. Wo finde ich weitere Informationen?

Was sind die Anne-Botschaften?

Seit 2004 tritt eine Frau Annegret Mewis (geb. 1941) in Göttingen (und zwischenzeitlich auch an anderen Orten) mit dem Anspruch an die Öffentlichkeit, Botschaften von Jesus, Maria und Gottvater zu empfangen. Diese verbreitet sie in ihrem Anhängerkreis und über das Internet. In den "Botschaften" und der Rede ihrer Anhänger taucht sie in der Regel nur mit ihrem verkürzten Vornamen "Anne" auf.

Wie hat sich das entwickelt?

Nach der auf ihrer Homepage zu findenden Kurzbiographie soll sie schon im Alter von 6 Jahren erste Visionen gehabt haben. Im Zuge einer schweren Erkrankung im Erwachsenenalter erbat sie sich göttliche Hilfe (1983) und meinte daraufhin von Gott-Vater angesprochen worden zu sein. Sie schloss sich dann der Schönstatt-Bewegung (1989) an. Später bewegte sie sich vor allem im traditionalistischem Umfeld, besonders dem der Priesterbruderschaft St. Pius X.

Nachdem sie mit ihren Botschaften in die Öffentlichkeit getreten war, kam es bald zu Konflikten mit Priestern und kirchlichen Einrichtungen, in denen sie aufgetreten war. Mehrere sprachen daraufhin Hausverbote aus. Dem 82-jährigen Priester, der sich ihr angeschlossen hat, wurden ihm Raum der kath. Kirche priesterliche Befugnisse entzogen. (In den "Botschaften" erscheint er als Gottes "Priestersohn Rudi".) Nachdem die "Botschaften" vor allem an Marien-Wallfahrtsorten (Heroldsbach), bei Gemeindegottesdiensten und in traditionalistischen Kirchen verkündet wurden, ist die Gruppe später auf private Hauskapellen in Häusern von Anhängern ausgewichen. Solche bestehen bzw. bestanden in Duderstadt (bis 2008), Göttingen, Gestratz (bis Ende 2008), Göritz, Euskirchen und Bad Hersfeld. Viele Sympathisanten aus dem traditionalistischen Umfeld haben sich inzwischen von Frau Mewis und ihrer Gruppe wieder abgewandt. 

Als Reaktion darauf scheint sich die Gruppe zu radikalisieren. Es tauchen Botschaften auf, die zur Trennung von Kindern auffordern, die diesen Weg nicht mitgehen bzw. überhaupt die Distanz gegenüber "modernistischen" Menschen anmahnen. (näheres s.u.) Weiterhin scheint die Gruppe auf die Gründung einer eigenen "Kirche" hinzusteuern.

Ursprünglich gab Frau Mewis als Absender der "Botschaften" vor allem Jesus und auch Maria an. Seit April 2008 kommen die "Botschaften" nach ihren Angaben von Gott-Vater. Vereinzelt sollen auch "Botschaften" von verschiedenen Heiligen (Hl. Pater Pio, Hl. Joseph) kommen.

Ende 2008 muss es (wohl vor allem aufgrund finanzieller Forderungen) zu internen Spannungen gekommen sein. In der Folge davon gingen die meisten der oben genannten Hauskapellen den Mewis-Anhängern verloren. In den "Offenbarungen" findet sich seitdem als Ortsangabe nur noch "Göttingen" (und am 4.5.20 Opfenbach bei Wigratzbad), was darauf rückschließen lässt, dass die Gruppe auf einen kleinen Kern um die "Seherin" geschrumpft ist. Bei diversen Beobachtungen wurden 2009 nie mehr als 10 Personen gezählt. Ab Mitte 2010 taucht auch wieder eine "Hauskapelle in Göritz im Allgäu" (Opfenbach) als "Offenbarungsort". 2011 wird auch von einzelnen Anhängern in Österreich berichtet.

Trotz der Ablehnung von Seiten der traditionalistischen Pius-Bruderschaft wurde diese in den Botschaften immer wieder als ideale Verkörperung der richtigen katholischen Tradition gesehen. Das änderte sich Mitte 2009. In der "Botschaft" vom 21.6.09 geht man auf Distanz zur Pius-Bruderschaft, was sich schon in früheren "Botschaften" angekündigt hatte. Statt dessen wird jetzt das "Institut Christus König und Hoherpriester" hervorgehoben: "Da Meine geliebte Piusbruderschaft sich immer mehr von Mir, dem Himmlischen Vater, absetzt und Mir den Ungehorsam beweist, habe Ich Mich, als Himmlischer Vater, diesem Institut Christus König und Hoherpriester zugewandt. Dieses Mein Institut wird euch vorgestellt als etwas ganz Großes. Was Ich von all Meinen Priestern eigentlich verlangen könnte, das wird dieses, Mein Institut, völlig in Meinem Geiste und im Heiligen Geiste erfüllen." (21.6.09) [Bei diesem Institut, das sich selbst natürlich auch von den Anne-Botschaften distanziert, handelt es sich um eine traditionalistische, allerdings im Unterschied zur Pius-Bruderschaft mit Rom verbundene Gemeinschaft innerhalb der Römisch-Katholischen Kirche.]

Seit Ende 2010 spielt auch das Rasenkreuz in Meggen (Allgäu) eine gewisse Rolle unter den Anne-Anhängern. (Info in der Wikipedia)

Welche Inhalte haben die "Botschaften"?

Sie bewegen sich größtenteils (wenn auch etwas radikalisierter) in den Denkstrukturen der traditionalistischen Bewegung:

Einige Besonderheiten sind:

Wie läuft eine solche "Offenbarung" ab?

Genauere Informationen dazu gibt es für Außenstehende nicht. Ein Augenzeugenbericht erzählt, dass Frau Mewis nach dem Gottesdienst in Trance gefallen sei. Nach dem Erwachen aus der Trance berichtete sie im Wachbewusstsein von ihren "Visionen" und "Offenbarungen" während der Trance-Phase, die von einer Sekretärin aufgezeichnet werden.
In Heroldsbach wurde beobachtet, wie sie während der Hl. Messe zur Wandlung bei der Erhebung der gewandelten Hostie umgefallen ist. Nach der Messe erklärte sie, in dieser Zeit eine "Botschaft" empfangen zu haben, die sie dann weitergab.
An anderer Stelle spricht sie aber auch von einem "Aufnahmegerät" (vermutlich Recorder oder Diktaphon). Auf ihrer Homepage findet sich inzwischen unter http://www.anne-botschaften.de/Video/Botschaft290910.wmv ein Video einer solchen "Offenbarung". Frau Mewis kniet dabei in der Hauskapelle und die "Offenbarung" wird von einem Diktaphon aufgezeichnet.
Wieder eine andere Beobachtung beschreibt es so: "In der Kapelle wurde laut gebetet. Irgendwann zückte Frau Mewis dann sitzend eine Art Vokabelheft heraus, nahm ihren Stift und begann zu schreiben. Dies dauerte ziemlich lange, ich habe es genau beobachtet, eigentlich sah das auch ganz profan aus. Frau Mewis hat nicht in einem Zug durchgeschrieben, sondern immer wieder innegehalten und augenscheinlich überlegt. Wenn ich es denn als Überlegen bezeichnen darf. So wirkte es zumindest auf mich. Ich weiß nun nicht, wie das ist bei Menschen, die das sog. automatische Schreiben betreiben, ob diese auch immer wieder innehalten. Insgesamt benötigte Frau Mewis durchaus an die 45 Minuten, bis diese eine Botschaft von Hand niedergeschrieben war, immer wieder mit Pausen, während derer sie auf das bereits Geschriebene blickte. " (Sommer 2008)

In der "Botschaft" vom 6.1.09 spricht Frau Mewis selbst über diesen Vorgang (eingebettet in eine "Offenbarung" Gott-Vaters): "Meine Kleine, heute habe Ich dich wieder während der Heiligen Wandlung in Ekstase fallen lassen, wie jedes Mal. In der Ekstase, Meine liebe Kleine, wirst du vorbereitet, diese Meine Weisungen in Göttlicher Stärke verkünden zu können. Du wärest nicht fähig, sie in Meiner vollen Wahrheit zu verbreiten, denn du bist ein schwaches Geschöpf wie alle anderen. Ihr seid Menschen und werdet nie vollkommen. Der, der Meine volle Wahrheit verkündet, kann es nur mit Göttlicher Kraft und dieses vollziehst du, Meine Kleine, denn Ich nehme dir alle menschliche Kraft in der täglichen Ekstase. Du fällst in Göttliche Sphären und bewegst dich darin. Nichts mehr ist für dich irdisch. Doch du musst wieder zurück nach dieser Schauung in die Erdgebundenheit. Das fällt dir sehr schwer."

Wer fühlt sich vor allem angesprochen?

Vom Inhalt der "Botschaften" fühlen sich vor allem Personen höheren Alters im traditionalistischen Umfeld angesprochen. Der Anteil der Frauen ist überproportional hoch. Sie fühlen sich durch die "Botschaften" in ihren schon vorhandenen, aber von der Umwelt häufig nicht geteilten Anschauungen nun durch göttliche Autorität bestärkt. Eine wichtige Rolle spielen auch die bei anderen Neuoffenbarer-Bewegungen (z. B. Fiat Lux, Universelles Leben...) anzutreffenden Mechanismen: Wunsch nach direktem Kontakt mit dem Göttlichen; Sucht nach außergewöhnlichen Erfahrungen, Hilfe bei der eigenen Lebensgestaltung und Entscheidungen durch sichere göttliche Anordnungen...

Was hat es mit der Trennung von den Kindern auf sich?

In einer "Botschaft" vom 4.5.2008 wurden die Anhänger aufgefordert, sich von ihren Kindern zu trennen, wenn diese nicht den Kriterien der Gruppe genügen:

"Nun kommt Meine schwerste Anforderung an euch. Verlasst eure Kinder, wenn sie nicht in Meiner Wahrheit sind. D.h. wenn sie in schwerer Sünde  liegen, so sind sie getrennt von Mir. Wie oft habe Ich sie durch euch aufgefordert, doch auch  diesen Weg mitzugehen. Sie sind Mir nicht gefolgt. Es ist traurig für Mich, nicht für euch, Meine Kinder. Denkt immer wieder an Mein Leid, das sie Mir antun. Eure Kinder, gebt sie ab an eure Himmlische Mutter. Sie wird sie formen in Göttlicher Liebe, auch in ihrer Göttlichen Geduld. Diese Geduld habt ihr nicht, Meine Kinder. Trennt euch von ihnen, so wie es Meinen Himmlischen Wünschen entspricht. Ihr müsst euch entscheiden zwischen euren Kindern und Mir. Wenn ihr Mir nachfolgen wollt, so müsst ihr Vater und Mutter, Schwestern und Brüder und Kinder, verlassen können und Meinen Einzelweg alleine gehen." (die gesamte "Offenbarung": hier)

In der "Botschaft" vom 18.5.08 wurde das noch erweitert: "Trennt euch weiterhin von allen Menschen, von allen Menschen habe Ich gesagt, die nicht diese Wege gehen wollen. Sie werden euch immer wieder aufs Neue behindern, euren Weg gehen zu wollen, und dann fallt auch ihr ab."

Einer Kranken wurde am 18.8.08 durch "göttliche Offenbarung" befohlen: "Lass niemand in dein Haus, der mit dem Modernismus verbunden ist, denn der Böse ist listig, sehr listig und du wirst es nicht einmal spüren."

In der Botschaft vom 25.5.08 (nachzulesen: hier) werden Anwesende direkt durch die "göttliche Stimme" aufgefordert, sich von ihren Kindern zu trennen:
"Dich möchte Ich zuerst fragen, Meine geliebte Tochter M., ist dir deine Tochter lieber, als Ich es bin? Bist du bereit, diesen Weg weiterhin ohne zu murren mitzugehen? Sage Mir: Ja, ich bin bereit, nur wenn du bereit bist:
    ‚Ja, ich bin bereit.'
Nun frage Ich dich, geliebte R., liebst du Mich mehr als deinen Sohn, dann sage Mir ein bereitwilliges ‚Ja' ohne zu klagen und folge deinem Herrn und Meister auf diesem beschwerlichen Weg. Sage Mir dein bereites ‚Ja' nochmals:
    ‚Ja'"

Am 17.9.08 erging folgende Botschaft angeblich von der Gottesmutter Maria: "Meine geliebten Auserwählten, noch Einiges darf Ich euch heute kundtun, nehmt in Zukunft Abstand von allen Menschen, die nicht in dieser Wahrheit sind, d.h. die die Worte des Himmlischen Vaters nicht befolgen." (nachzulesen: hier)

Etwas konkreter heißt es in einer Botschaft vom 15.8.09, die wieder der Gottesmutter Maria in den Mund gelegt wurde: "Und alle, die weiterhin in diese modernistischen Kirchen gehen und sie betreten, werden mit dem Bösen konfrontiert. Ich wünsche nicht, dass ihr länger mit diesen Menschen Kontakt habt, damit das Böse nicht auf euch übergehen kann. Zwar seid ihr geschützt, doch Ich wünsche es nicht, dass ihr mit diesen Menschen Kontakt pflegt. Trennt euch von ihnen. Sie behindern euch auf eurem Heiligkeitsweg." (nachzulesen hier)

Wer sich diesen Vorgaben nicht fügt, riskiert, in den Botschaften persönliche angegriffen bzw. aus der Gruppe ausgeschlossen zu werden: Die Tochter eines Ehepaars steht kritisch zu den "Botschaften". Die Mutter I. befolgte den Trennungsbefehl nicht. Daraufhin wird der Vater G. aufgefordert, sich von seiner Ehefrau zu trennen: "Diese Tochter deiner Frau, ist von Mir getrennt, weit von Mir getrennt seit vielen Jahren. Diese Ehe ist ungültig, und ihr Ehemann ist ein Antichrist und geht gegen Meine Kirche ganz massiv vor in bösen und abfälligen Worten. Er nennt Meine Gnadenkapelle ‚Gebetsschuppen'. Könnt ihr das verstehen? Ich habe Meiner I. ans Herz gelegt, sich umgehend von ihrer Tochter zu trennen, solange sie in schwerer Sünde liegt. Des Öfteren und immer wieder habe Ich ihr diese Chance geboten. Sie hat Meine Worte gehört, aber sie nicht befolgt. ... Nochmals habe Ich einen Wunsch: Trenne dich räumlich von deiner I., solange sie in dieser schweren Sünde verharrt. Diese Chance gebe Ich dir erneut. Besorge dir diese Wohnung schnellstens und habe keinen Kontakt mehr mit dem Bösen in deiner I.. Du wirst umgarnt, und deine Aufgabe wird dir genommen. Es ist die volle Wahrheit, die Meine Tochter Anne spricht. ... (an die anderen Anhänger/innen gerichtet:) Wenn er Meinen Wünschen nicht entspricht, trennt euch umgehend, Meine Kinder, denn Meine Zeit ist gekommen, in der Ich alles Böse von euch abtrennen muss." (Botschaft vom 21.11.08)

Die Botschaft vom 10.4.10 lässt Frau Mewis die Gottesmutter Maria sagen: "Meine geliebte kleine Schar. Ihr seid dafür auserwählt: Zunächst zum Leid, zum Erleiden. Niemand wird euch verstehen. Darum bitte Ich euch: Trennt euch von allen, die euch auf diesem Weg behindern könnten. Ich möchte euch von allem befreien, damit Ich dieses Leiden voll und ganz in dir, Meiner Kleinen, erleben kann und erleiden darf. Alle Hindernisse möchte Ich euch aus dem Weg räumen. Jeglichen Kontakt, sei es brieflich oder sei es telefonisch oder sei es persönlich, möchte Ich von euch abhalten. Es ist Mein Wunsch, der Wunsch eurer Himmlischen Mutter, den Ich weitergeben darf, so wie Mein Sohn und Mein Himmlischer Vater es wünschen." (Botschaft vom 10.04.10)

Die Problematik solcher Aussagen wird deutlich, wenn man sich vergegenwärtigt, dass diese Worte von Frau Mewis für die Anhänger(innen) als wörtliche Rede Gottes gelten und damit höchste und nicht hinterfragbare Autorität und Verbindlichkeit beanspruchen.

Wie steht die traditionalistische Bewegung dazu?

Inzwischen hat sich die größte traditionalistische Bewegung, die Priesterbruderschaft St. Pius X. sehr deutlich von den Anne-Botschaften distanziert. Diese müssen doch beachtliche Resonanz unter Traditionalisten gehabt haben. Denn im Mitteilungsblatt der Priesterbruderschaft vom April 2008 (pdf-Datei, S.18-27) widmet sich ein eigener kritischer Artikel ausführlich über neun Seiten den Anne-Botschaften und ihrer Bewertung aus traditionalistischer Sicht. 

Welche Indizien sprechen gegen eine Echtheit der "Botschaften"?

Es gab und gibt eine Unmenge Personen, die meinen, dass durch sie Gott bzw. jenseitige Kräfte sprächen. Die Frage der Echtheit (also ob die Botschaft wirklich übernatürlichen Ursprungs ist) lässt sich dabei nie sicher, sondern immer nur mit menschlicher Wahrscheinlichkeit klären. Bei den "Anne-Botschaften" tauchen allerdings viele Dinge auf, die als Kriterium dafür gelten, dass es sich nicht um einen übernatürlichen, sondern einen rein menschlichen Ursprung handelt.

Ist es ein Betrug?

Ob Frau Mewis persönlich von der Echtheit ihrer "Offenbarungen" subjektiv ehrlich überzeugt ist oder die göttliche Herkunft der "Offenbarungen" bewusst vortäuscht, um sich hervorzuheben, zu bereichern oder eigene theologische und kirchenpolitische Ziele durchzusetzen, lässt sich von außen kaum beurteilen. Auch andere mögliche irdische Ursachen (z. B. innerpsychischer Art) ließen sich erst nach eingehender Beobachtung und Untersuchung des Vorgangs der "Botschaften" und der "Seherin" feststellen. Bis zum Vorliegen eindeutiger Indizien muss diese Frage offen bleiben. Der in der Botschaft vom 4.1.09 auftretende Verfolgungswahn lässt allerdings die Frage nach innerpsychischen Ursachen bei der "Seherin" an Gewicht gewinnen.

In einem Bericht über eine angeblich weinende Madonnenstatue in Heroldsbach wird sie namentlich als Zeugin genannt (Bericht im Hamburger Abendblatt, 16.3.07) und hat sich das "Wunder" auch propagandistisch zu Nutzen gemacht (Bericht in Welt, 1.12.07). In einem Gutachten (Bericht im Focus vom 30.11.07) gab es aber Hinweise auf eine mögliche Manipulation mit Leitungswasser aus den nahe gelegenen Toiletten. Wer diese evtl. ausgeführt hat, war aber nicht mehr festzustellen. So könnte Frau Mewis hier auch nur ein Opfer ihrer Wundersucht und Leichtgläubigkeit geworden sein.

Allerdings bleibt sie von diesen Erkenntnissen unberührt und lässt am 12.6.09 die Gottesmutter Maria in einer "Botschaft" sagen: "Ich, eure liebste Mutter, möchte euch noch kundtun, dass Ich auch zum dritten Mal hier weinen werde an dieser Stätte. Glaubt daran! Doch man wird auch diese Tränen ablehnen. Doch Ich weine um Meine Stätte und um diese Priester hier an dieser Stätte. Glaubt Mir und tröstet Mich in Meinem Leid.". Am 14.6.09 heißt es: "In dieser Statue hat Sie das zweite Mal geweint. (Anm. in der Nacht des 13. Mai 2009 ab 2.00 Uhr) und es wird auch noch das dritte Mal geschehen, weil Sie um diese Priester an dieser Gebetsstätte das größte Leid erlebt." 

Ist es eine Sekte?

Die Gruppe um Frau Mewis weist viele Merkmale einer stark konfliktträchtigen religiösen Gruppe (umgangssprachlich als "Sekte" bezeichnet) auf:

Wo finde ich weitere Informationen?

Eine sehr informative Darstellung des Phänomens Privatoffenbarung aus theologischer und psychologischer Sicht findet sich in dem empfehlenswerten Buch: 
Ulrich Niemann, Marion Wagner: Visionen - Werk Gottes oder Produkt des Menschen?; Regensburg 2005; (Verlag Friedrich Pustet); 1. Auflage; ISBN: 3-7917-1954-8; Preis: ca. 16,90 € Stand: 2008
(Über einen Klick auf das Bild des Buches auf der rechten Seite gelangen Sie auf eine Seite von Amazon.de, wo Sie sich näher darüber informieren und es ggf. auch bestellen können.) 

weiterhin empfehlenswert ist:

Privatoffenbarungen - Wiener Werkmappe Nr. 95, Wien 2009 (Referat für Weltanschauungsfragen), 110 Seiten, Preis: ca. 6 €
Bestellmöglichkeit über: Referat für Weltanschauungsfragen
(einer grundsätzlichen Information über theologische Fragen bei Marienerscheinungen, ihrer Faszination, Problematik und Beurteilungskriterien schließen sich Darstellungen zu folgenden angeblichen Erscheinungen an: La Salette, Marpingen, Amsterdam, Medjugorje, Schio, Kuruscek, Manduria und Agnes Ritter)

 


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© Gerald Kluge, Beauftragter für Sekten und Weltanschauungsfragen im Bistum Dresden-Meißen
URL der Originalseite: http://www.sekten-sachsen.de/
anne01.htm
aktualisiert: 14.05.11

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